Freitag, 27. Mai 2011

Albanien, wow!









Hallo zusammen!

Eine Woche ists schon her, als wir Kroatien nach fast zwei Wochen verlassen haben. Bilanz: Traumhaftes Radelland! Nun ging es zwei Tage durch Montenegro, dann war das winzige Land auch schon durchreist. Wir hielten uns immer entlang der Kueste, verirrten uns aber schnell bei einem Versuch, die vielbefahreneKuestenstrase zu umgehen auf einen ungeahnten Bergtripp durch das Hinterland von Montenegro. Der schweisstreibende Umweg war letztlich genial, denn so trafen wir auf winzige Bergdoerfer abseits der doch sehr touristischen Kueste, die hier vorallem von reichen Russen und Serben aufgesucht wird. Wir wurden am zweiten morgen einfach von der Strasse von einem Polizisten gewunken und mussten mit einigen Russen eine halbe Stunde warten, ohne zu wissen warum. Dann kam auf einmal in einem Autocorso Bill Clinton vorbeigesaust. Waehrend des Wartens machten die Russen lauter Bilder von uns, oder setzten sich auf unsere Raeder und taten vor laufender Kamera so, als haetten sie gerade den Berg bezwungen, wir hatten also viel Spass.
Albanien begruesste uns schlagartig mit grosser Armut. Auf einmal waren viele Esel auf der Strasse, die mit passieren der Grenze schlaglochreich und asphaltarm wurde. Doch die Leute waren voller Begeisterung ueber die zwei verrueckten Radler aus Deutschland und hupten, wunken oder riefen Gruesse. Kinder rannten uns entgegen, wollten "High Five" Handlschlaege und waren voellig aus dem Haeuschen ueber unsere bepackten Raeder. Wir radelten fuer die erste Nacht nach Skhoder, wo wir ein total einfaches Hotel in der Stadt fanden und bummelten mal durch das Nachtleben: Nur Jungs in den Bars! Da nehm ich Julia mal lieber an die Hand:) Spannend ists hier! 5 grosse Religionen leben hier so friedlich wie kaum in einem Land nebeneinander, morgens weckt der Muhezien, danach laeuten die Glocken der Katholischen Kirche!
Das Radeln hier ist aufregend. Mal entlang runtergekommenster Strassen, die wohl mal zweispurig geplant, von Esel, Autos und Mopeds aber eher vierspurig und ohne genaue Richtung genutzt werden. Es dauerte nicht lange, da fanden wir Spass an dem Verkehr und draengelten und Klingelten mit den Autos und Eseln mit. Wegen der vielen bis zu 2m tiefen Loechern in der Strasse, die ploetzlich auftauchen koennen faehrt hier eh keiner schnell.
Die Menschen in Albanien sind unglaublich nett und gastfreundlich, wir haben uns die ganze Zeit total aufgenommen und wohl gefuehlt.  Als wir beispielsweise ein Brot kauften, bestand der Baecker darauf, dass er uns in seinen Garten einladen darf, wollte Raki mit uns trinken und schleppte eine Kiste als Tisch an, damit wir das Brot bei ihm im Schatten essen koennen.
Beim Radeln haelt  man sich hier besser an die grossen Strassen, die paar Versuche abseits scheiterten in Schlaglochwuesten. Auf einmal landeten wir auf der neu gebauten Autobahn, die sich einfach nicht umfahren lies. Was nun? Wir fragten einen Polizisten und der schickte uns auf die Autobahn, und schnell kamen auch noch Esel und andere Radler auf die Autobahn, teilweise sogar in die falsche Richtung fahrend. Die Albaner haben das Problem der vielen verschiedensten Fahrzeuge bedacht und einen dicken Standstreifen angelegt, den nun die Esel und Fussgaenger und eben auch wir nutzten.
In Tirana fanden wir ein nach kilometerlangem Kampf durch den Stadtverkehr ein Hostel, das ein Deutscher vor zwei Jahren eroeffnet hatte. Eine alte Villa mit grossem Garten mitten im Stadtzentrum, boah tat das gut nach dem ganzen Gewuehl und Gestank auf der Strasse.
Ueberhaupt haben die Albaner so manche Eigenarten. Muell wird generell irgendwoam Strassenrand verbrannt, und kann dann kilometerweit nach Plastikfeuer stinken. Fleisch und Fisch wird auch direkt in der Mittagshitze und im Strassenstaub vekauft, wir beschlossen uns hier dann doch eher auf die (super leckeren!!) Gemuesegerichte zu konzentrieren... Die grosse Liebe gilt hier dem Auto, meist dem Mercedes. Etwa alle 100m sind Waschanlagen und Tankstellen, tausende Schrottplaetze und Werkstaette begleiten die Strassen. Es gibt also immer viel zu schauen.
Seit gestern sind wir nun an der Kueste angekommen.So schoen hier! Mit staendigem Hoch und Runter geht es entlang des Meeres und hoher Berge durch eine traumhafte Landschaft. Super schoene Pflanzen freuen mein Biologenherz, die toten riesigen Schlangen auf der Strasse auch: )
Ach, und das Essen hier ist toll! Die Fruechte und das Gemuese schmecken deutlich intensiver als zu Hause, und kosten ein Bruchteil. Die werden wir sicher vermissen.

Nun sind wir im Hostel in Sarande angekommen. Ziemlich kaputt, wir radeln morgen noch nach Griechenland,dann ist ein Ruhetag ueberfaellig. Deine Beine werden immer dicker,aber nach den letzten Tagen auch immer mueder.In Iougemenitsa wollen wir einen Ruhetag machen, bevor es Richtung Kartarapass geht.

Es geht uns also weiterhin, auch nach nun 2700km wunderbar! Das Radeln hoert einfach nicht auf, Spass zu machen, vor allem, wennsich Landschaft und Leute so schnell aendern.

Wir hoffen es geht euch auch allen bestens, in Gedanken seid ihr alle mit bei uns auf dem Radel, man hat naemlich viel Zeit beim strampeln, die Gedanken schweifen zu lassen.


Liebste Gruesse!!

2 Kommentare:

  1. Lieber Tobias - liebe Julia, entschudige bitte,wenn ich Tobi zuerst anspreche -,Du hast ja einen so super informierenden Bericht gemacht und so schöne Bilder geschickt, dass man sich wirklich alles gut vorstellen kann;ein dickes Lob!!!! Morgen feiern wir ja Monika´s und Martin´s Silberne Hochzeit auf dem Kohlhof und teffen natürlich Deine Familie.Immer wieder wünschen wir Euch alles, alles Gute und Gottes Schutz auf Euerem außergewöhnlichen, einmaligem Pilgerweg.Es grüßen herzlich Eure Gr0ßeltern Inge Inge und Jupp

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  2. Hey ihr Zwei!
    Ist ja total krass, wie weit ihr schon gekommen seid und wie viel ihr erlebt habt!
    Wünsche euch einen gelungenen Rest der Tour und dann einen wohlverdienten Urlaub in Israel ;)
    LG Mark-Peter

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